Heute möchte ich euch mit ein paar Gedanken zur Osterzeit grüßen. In einem streng katholischen Land wie Kolumbien sieht man in der Karwoche viele Menschen, die den Leidensweg Jesu mit krassen Aktionen aufzeigen wollen. Märsche durch die Straßen mit einem schweren Holzkreuz auf dem Rücken. Manche rutschen auf Knien kilometerlang einen Steinweg auf einen Berg am Rande der Stadt hoch. Andere lassen sich sogar kreuzigen und viele Menschen schauen ihnen dabei zu und bewundern ihre Leidensbereitschaft. Dazu habe ich in einem Buch von Bill Johnson folgende Sätze gelesen:
„Fast jede Religion imitiert den Kreuzesweg. Für die Sekten dieser Welt ist es einfach, Selbstverleugnung, Selbsterniedrigung u. ä. zu kopieren. Die Menschen bewundern es, wenn man sich in religiöser Disziplin übt. Sie zollen den Fastenden Beifall und ehren jene, die sich um der persönlichen Spiritualität Willen in Armut begeben oder Krankheiten erdulden. Aber zeige ihnen ein Leben voller Freude in der verändernden Kraft Gottes, und sie klatschen nicht nur, sondern wollen so werden wie du...“
Worte, die mich herausgefordert haben und immer wieder meinen Lebensstil hinterfragen sollen. Gibt mein Leben Zeugnis von der Größe und Herrlichkeit Gottes? Zeigt sich seine Kraft in meinem Alltag? Mache ich die Dinge, weil ich sie muss, oder weil ich die Freude über den Sieg Jesu am Kreuz in mir trage? Interessant fand ich, dass der Pastor meiner Gemeinde an Ostern beschlossen hat, ganz normal mit seiner Predigtreihe über Umgang mit Finanzen fortzufahren und auch an Karfreitag richtig fröhlich gefeiert wurde. „Wir wissen doch, dass die Geschichte ein freudiges Ende genommen hat“, war sein Kommentar dazu.
Warum schreibe ich das alles? Weil ich manchmal merke, wie mich die Sorgen und Gedanken des Alltags einnehmen. Nicolai, unser Praktikant fragte mich die letzten Tage mal, ob irgendetwas mit mir los sei, denn ich sei in letzter Zeit etwas schweigsam geworden. Und er hat recht. Ich hab in letzter Zeit viel gegrübelt über die Zukunft, über meine Kids, über Dinge, die hier nicht so toll laufen, Ereignisse, die ich nicht verstehen kann. Ich hatte mich viel auf meine Schwächen und Mängel konzentriert, dabei aber vergessen, dass mein Erlöser lebt! Also habe ich wieder angefangen, mich auf die freudigen Dinge zu konzentrieren und darauf, dass Gott die Kontrolle über mein Leben hat.
Einer meiner Lieblingsbibelsprüche ist Nehemia 8,10:
Seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke!