Donnerstag, 17. April 2008

Eine tolle Überraschung namens „Proyecto Pavamiento“

Was ist das? PP ist ein Projekt einer Mission aus England, die zusammen mit christlichen Psychologen ein Programm entwickelt hat, um Kindern, die einem hohen Lebensrisiko ausgesetzt sind, (Strassenkinder, Kinder aus Armenviertel, Kinder die Missbrauch erleben...) von Jesus zu erzählen und einen Heilungsprozess in ihnen zu bewirken. Eine Mitarbeiterin von AB erzählte mir vor ein paar Wochen freitags davon, dass in ihrer Gemeinde ein einwöchiger Kurs angeboten wird, und dass sie denkt, ich sollte da hin. Der Kurs fing am darauf folgenden Montag schon an und ich hatte gerade noch die Möglichkeit mich anzumelden. Dieser Kurs war für mich dann wieder einmal eine klare Bestätigung von Gott, dass er mich leitet. Für mich stellte sich ja schon die Frage, wie es möglich sei, eine Arbeit unter Kindern im Armenviertel anzufangen. Vor 2 Monaten berichtete ich noch, dass ein angedachtes Projekt ins Wasser gefallen sei. Mit dem Kurs kam dann die Antwort. Denn nach drei Tagen Theorie mussten wir für 2 Tage in eine Einrichtung in ein Armenviertel und das erlernte mit den Kids dort praktizieren. D.h. Wir mussten Einzelgespräche mit den Kids führen und ihnen biblische Geschichten von Jesus erzählen. Dazu bekam ich einen Koffer ausgehändigt, der gefüllt ist mit Bildern zu verschiedenen biblischen Geschichten, Bildern, die die krassen Erlebnisse des Kindes wiedergeben und mit anderem Material, um dem Kind auf kreative Weise zu helfen, einen Prozess der inneren Heilung zu durchlaufen. Da der komplette Koffer sehr teuer ist, musste sich jeder der Teilnehmer dazu verpflichten, mindestens mit 4 Kindern pro Monat damit zu arbeiten. Nun gut, ich hab mich dann gefragt, wie ich das nur mache. Denn dazu braucht man irgendwelche Räumlichkeiten in einem der Armenviertel. Am Ende des Kurses habe ich mich dann mit der Leiterin der Einrichtung, bei der das Praktikum stattfand unterhalten und siehe da, sie hat von sich aus angefangen zu fragen, ob ich nicht mit den Kindern aus ihrem Viertel mit dem Koffer von PP arbeiten möchte. Echt krass! Dazu kommt noch, dass ich mir schon einige Wochen zuvor überlegt hatte, dort anzufragen, ob ich nicht bei ihnen mithelfen könnte, um Erfahrungen zu sammeln. So etwas kann einfach nicht Zufall sein! Gott ist einfach treu und führt seine Schafe.

Da ich nun seit 2 Wochen jeweils drei Tage pro Woche dort arbeiten werde, stelle ich euch kurz diese Einrichtung vor: Sie heißt „Salvemos a Cristian“ („Lasst uns Cristian retten“). Es handelt sich hierbei um einen Comedor (deutsch: Speisesaal), wie man so etwas in Kolumbien nennt. Dort werden den Kindern des dortigen Armenviertels tagsüber ein Mittagessen angeboten und Nahrung für die Seele. Der Name der Einrichtung kommt von einem Jungen namens Cristian, der mit 14 Messerstichen von anderen Jungs des Viertels getötet wurde. Die jetzige Leiterin Sandra kannte Cristian. Sie hat als Reaktion darauf den Comedor gegründet, um den Kindern dort tagsüber einen Ort zu geben, an dem sie weg von der Strasse sind. Darüber hinaus wird den Kindern bei den Hausaufgaben geholfen, mit ihnen gespielt, gesungen, und von Jesus erzählt. Rechts auf dem Blog könnt ihr Bilder von dort anklicken.

Tja, für mich heißt das jetzt auch, dass es ein bisschen stressiger wird und ich meine Woche nun gut planen muss. Aber ich bin voller Freude darüber, nun zum einen in einer Einrichtung unter den Armen zu arbeiten, aber auch bei AB zu sein, wo die Kinder zwar aus dem Armenviertel kommen, aber das Umfeld nicht die Risiken von Straßenkriminalität und Gewalt birgt. Schön ist für mich auch zu sehen, dass ein paar meiner Jungs total gerne mit mir in das Armenviertel gehen um mitzuhelfen. Denn viele, die es in Kolumbien geschafft haben, der Armut zu entfliehen, wollen nichts mehr mit den Armen zu tun haben.

So, jetzt seid ihr mal wieder auf dem neuesten Stand der Dinge :-) An der Stelle möcht ich euch einfach auch mal Danke sagen für eure treue Unterstützung in vielerlei Hinsicht. Ihr seid ein Segen für mich und AB und die Kinder, denen wir dank eurer Unterstützung helfen können. Ein häufig in Kolumbien gesagter Satz ist: "Dios te lo page" - Gott soll es dir zurückzahlen! Das wünsche ich euch!

Liebe Grüße!

Tobias